Muy afectado – Stark betroffen von den Auswirkungen der Pandemie

Kolping-Diözesankonferenz nimmt die Lage in Peru und Togo in den Blick

Jährlich treffen sich die Vorsitzenden und Präsides der Kolpingsfamilien und –bezirke zum Gedanken­austausch. In diesem Jahr fand das Treffen virtuell statt und bot somit die Gelegenheit, auch Vertre­ter der Partnerverbände in Peru und Togo zu Gast zu haben. Charo Duenas (Lima) und Laurent Tay (Lomé) verdeut­lichten mit konkreten Beispielen die aktuelle Lage in ihren Ländern und die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Bevölkerung. Die absolut instabile politische Situation in  Peru (11 Gruppie­rungen im Parlament, ständig wechselnde Präsidenten) führt dazu, dass  in manchen Provinzen die Armut immer noch mehr steigt und es mancherorts keinerlei Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus gibt. Kol­ping versucht mit Einzelfallhilfen und Projekten zu helfen, wo es geht. Allerdings leidet der National­verband selbst massiv unter dem Ausfall der Einnahmen aus dem Tourismus und von Fördergeldern seit nunmehr einem Jahr. Etwas besser ist die Lage für Kolping in Togo, da die dortigen Projekte auch in den kommenden zwei Jahren vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert werden. So kann Kolping den Menschen in der Landwirtschaft durch Bildung und Kleinkredite über die schwere Zeit helfen. Laurent Tay wies trotz der positiven Aspekte auch auf die steigende Gewalt in den Familien hin, die teilweise in prekären Situationen leben müssen. Diözesanvorsitzende Eva Ehard sicherte den Partner­verbänden die Unterstützung des Diözesanverbandes in spiritueller und finanzieller Form zu. Beein­druckt von den Berichten aus der Einen Welt widmeten sich die Teilnehmenden der Vorsitzenden­konferenz dem Pandemiealltag im eigenen Land. Vom Coroana-Abmilderungsgesetz bis zum Transpa­renzregister reichten die Themen im Rechtsbereich. Der Austausch über die inhaltliche Arbeit wäh­rend und vor allem auch als Zukunftsperspektive nach dem Lockdown fand in Breakout-Räumen statt und wurde im Plenum mit allen geteilt. Dabei zeigte sich, dass vieles in veränderter Form oder ganz neu stattfand, weil die Hygienekonzepte und Infektionsschutzverordnungen das Altbewährte nicht zuließen. Die Sehnsucht nach und die Vorfreude auf die Zeit, in der Begegnungen und Gemeinschaft wieder in gewohntem Maß stattfinden können, ist auch in den Kolpingsfamilien und –bezirken enorm. Diözesanpräses Msgr. Dr. Stefan Killermann wusste mit seinem Geistlichen Wort und dem Bericht zu den geplanten Aktivitäten im Josefsjahr den Schutzpatron des Kolpingwerkes als Vorbild darzustellen. Wie sich der Ziehvater Jesu mit „Kopf, Herz und Hand“ den Herausforderungen des Lebens gestellt hat, so sollen auch wir – getreu einem Leitmotiv des Kolpingwerkes – „Verwurzelt sein in Gott und mitten im Leben stehen“. Die Diözesanleitung der Kolpingjugend zeigte die vielfälti­gen Aktionen zum Schwerpunktthema „Frieden leben“ 2020/21 auf: Postkarten, die zum Thema ge­staltet wurden und u.a. als Geste der Verbundenheit statt des Friedensgrußes eingesetzt werden können. Die Spotify-Playlist mit Liedern zum Frieden, die Friedens-Impulse sowie die auf Instagram und facebook porträtierten Friedensnobelpreisträger wurden beispielhaft für die Tätigkeiten der KJ genannt. Simone Kuffer informierte über die Planungen des Austauschs mit den Jugendlichen, die vom Kolping-Bildungswerk an der Berufsschule Eichstätt betreut und unterrichtet werden. Weitere Themen waren die Aktualisierung des Schutzkonzepts für Kinder, Jugendliche und Schutzbefohlene für Kolpingwerk und Kolpingjugend. Die Kultur der Achtsamkeit und Wichtigkeit von Bausteinen zur Prävention von Gewalt und Grenzverletzungen ist ein elementares Anliegen im Verband. Für die be­vorstehende Bundestagswahl setzten sich die Teilnehmenden mit der Arbeitshilfe des Kolping-Bundesverbandes „Wahlweise 21“ auseinander und überlegten, welche Formen der Auseinanderset­zung mit den Kandidaten und Parteiprogrammen in diesem Jahr möglich sein werden.

 

Bild und Text: Ewald Kommer

10.03.2021