Ein Segen sein für alle
Eichstätt/Freising. 1500 Kolpingmitglieder waren am Tag der Deutschen Einheit nach Freising zur Landeswallfahrt des Verbandes gekommen, die unter dem Motto „Unterwegs mit leichtem Gepäck“ stand. 125 Kolpinggeschwister aus dem Diözesanverband Eichstätt nahmen an der Wallfahrt teil.
Zum Weißwurstfrühstück trafen sich die Teilnehmenden des Diözesanverbands Eichstätt, die in Fahrgemeinschaften und einem Kleinbus unterwegs waren. Mit einer Statio im Weihenstephaner Hofgarten begann der Pilgerweg hinunter nach Freising und anschließend auf den Domberg. „Ballast abwerfen: Was raubt mir Zeit und Kraft“ waren die Impulse, Gebete und Lieder überschrieben, die Beate Leis (stv. Diözesanvorsitzende), Bezirkspräses Pfarrer Gerhard Ehrl und Ewald Kommer (Diözesangeschäftsführer) vortrugen. Den Bannern folgend vereinte man sich mit den anderen Pilgern am Freisinger Marienplatz. Angeführt von Dominik Harrer brachten einige Musiker der Möckenloher Blaskapelle dort das Walburga-Lied zu Gehör.
Nach der liturgischen Eröffnung der Landeswallfahrt durch Landespräses Christoph Wittmann, die von der Stadtkapelle Freising und dem Kolpingkinderchor Kösching umrahmt wurde, zogen die rund 1500 Pilger vom Marienplatz zum Domberg hinauf. Dabei gingen die Trägerinnen und Träger der über 150 Banner aus verschiedenen Kolpingfamilien voran, was ein beeindruckendes Bild ergab. Der Zug war weder zu übersehen noch zu überhören, weil während der Prozession gebetet und gesungen wurde.
Dank des Kardinals für Einsatz der Kolpingmitglieder
Den Gottesdienst im Freisinger Mariendom feierte Kardinal Reinhard Marx mit der großen Festgemeinde. Bereits eingangs dankte er den Kolpingmitgliedern für ihr Engagement in ihren kirchlichen und staatlichen Gemeinden. Die aktiven Katholikinnen und Katholiken aus den Kolpingfamilien seien in ihrem Umfeld unverzichtbar.
Im Gottesdienst wurde immer wieder das Motiv des „leichten Gepäcks“ aufgenommen, das zum Motto der Landeswallfahrt gehörte. Zwei „Wanderinnen“ mit einem großen und einem kleinen Rucksack stellten die Vorteile des leichten Gepäcks dar. Ein kleiner Rucksack reiche völlig, denn viele wichtige Reiseutensilien für das Leben bräuchten keinen Platz. Das Gottvertrauen wiege nichts, helfe aber ungemein in brenzligen Situationen. Ebenso die Freude, die Begeisterung für etwas ermögliche. Nicht zuletzt der Glaube, der stärke und begleite.
Was brauche ich wirklich?
„Wir nehmen alle viel zu viel Gepäck mit im Leben. Was brauche ich wirklich? Eine Gemeinschaft, Helfer, ein Ziel und ein Herz, das offen ist“, so Kardinal Reinhard Marx zu Beginn seiner Predigt. Einerseits wünsche sich jeder Mensch ein „Dahoam“, ein Zuhause, an dem man Wurzeln schlagen könne. Zugleich müsse jeder Mensch unterwegs bleiben, denn jedes Lebensjahr bringe neue Herausforderungen mit sich. In dieser Spannung aus den Wurzeln und dem Unterwegs-Sein zähle die Neugierde auf das, was noch komme.
Es gehe im Leben auch nicht in erster Linie darum, erworbenen Besitz zu verteidigen, sondern ein Segen für andere Menschen zu sein. „Das Reich Gottes bricht schon jetzt immer wieder durch das an, was wir in die Gesellschaft geben“, erklärte Kardinal Marx. Es blitze da auf, wo Menschen einander vergeben und wo sie miteinander am Tisch säßen. Adolph Kolping habe genau das verstanden und immer wieder darauf hingewiesen, Ballast abzuwerfen.
Dass die Kolping-Landeswallfahrt ausgerechnet am Tag der Deutschen Einheit durchgeführt werde, sei ein gutes Zeichen zur Stärkung der Demokratie. „Hierfür muss etwas getan werden. Danke, dass ihr handelt“, bekräftigte der Münchner Erzbischof am Ende seiner Predigt.
Nach dem Gottesdienst gab es noch die Möglichkeit, einander auf dem Domplatz zu begegnen. Die meisten Pilger machten davon gerne Gebrauch.
Text: Landesverband Bayern/Diözesanverband Eichstätt
Bilder: Edi Babiel/Ewald Kommer



