Geistlicher Impuls

Geistlicher Impuls

Auf Gottes Stimme hören

Hörst Du, dass Gott zu Dir spricht? Er tut es immer und wird nicht müde. Ja, die Sprache ist sogar ein Wesenszug Gottes, denn die Welt wird dadurch, dass Gott spricht – und alles wird so, wie er sagt.

Die Welt ist durch Gottes Wort geworden und wird immer neu durch sein Wort.

Auch wir Menschen sind kommunikative Wesen, weil wir Gott ähnlich sind. Auch unsere Worte haben Macht – sie richten andere auf oder können verletzten, sie können ermutigen oder erniedrigen.

Wenn wir also zu Gott eine Beziehung aufbauen wollen, geht es über die Sprache. Wir können Gott direkt ansprechen, mit ihm reden – wie mit einem Freund, einem Bruder, dem Vater oder der Mutter. Es braucht aber Zeit, ihn kennen zu lernen – und je besser wir Gott kennen, desto leichter erkennen wir seine Stimme, ist sie uns vertraut.

Eines darf uns dabei immer bewusst sein: Gottes Wunsch, mit mir zu sprechen, ist immer größer als mein Wunsch, ihn zu hören.

Ich höre ihn manchmal deshalb nicht, weil ich mir keine Zeit nehme für ihn und seine Meinung nicht hören will. Oder weil ich ihm zu wenig vertraue.

Eine Weise, durch die Gott spricht, ist die Schöpfung. Sie weist hin auf den, der sie geschaffen hat. In ihr erkennen wir, wie schön und groß Gott ist. Außerdem erfahren wir in der Schöpfung den Wert von Wachstum. Auch wir wachsen unser Leben lang und dürfen immer wieder aufblühen und auf verschiedene Weise Frucht bringen, erfolgreich sein.

Zudem steht die Schöpfung für Ordnung. Gott hat das Anfangschaos geordnet und ausgestattet. Deshalb ist überall dort, wo wir aus unserem Chaos wieder Ordnung schaffen, Gott am Werk.

Urlaubszeit ist eine Zeit der Erholung. Wir dürfen die Natur – Gottes Schöpfung – genießen und uns an ihr erfreuen. Und wir können die Zeit nutzen, manches in unserem Leben wieder neu zu ordnen, um Gott neu Raum zu geben.

Dann entdecken wir Möglichkeiten, auch seine Stimme zu hören – weil er nicht aufhört, mit uns zu sprechen. Hört gut hin!

Domvikar Christoph Wittmann
Stellv. Diözesanpräses

Gebet für EINE/SEINE Welt

Glaubende Menschen sollten überlegen, wie sie eine beständige
Bewegung für Entwicklung und Menschenrechte in der
Welt bilden können. Dies ist gewiss dringlicher als manches
andere. Hier geht es um Fragen der Gerechtigkeit, der Ethik
und der Freiheit. Dazu brauchen wir unsere eigenen Wurzeln
im Glauben, Kommunikation in unserer Gesellschaft und die
Bereitschaft, den Reichtum der Verschiedenheit zu entdecken.


Mein Gebet für EINE / SEINE Welt ist ein Gebet für das Miteinander
unterschiedlicher Menschen und Religionen in unserer
Gesellschaft, und damit ein Gebet für den Frieden.


Es stärkt die eigene (Glaubens-)Überzeugung und nimmt jeden
Menschen in Schutz gegen Machtbesessenheit, Fundamentalismus,
Fanatismus, Terrorismus und Rassismus.


Das Gebet drückt das Suchen und Finden des EINEN Gottes
und unsere gemeinsame Verantwortung für SEINE Welt aus.
Der Glaube an Gottes Gerechtigkeit, an seine Güte und Barmherzigkeit
verbindet glaubende Menschen. Dieses Gebet möge
das friedliche Miteinander aller Menschen stärken.


Gebet und Gedanken: Bundespräses Josef Holtkotte, Kolpingwerk Deutschland,
Köln, 2017