Geistlicher Impuls

Geistlicher Impuls 22.11.2022 HL. CÄCILIA

Die Kirche begeht heute den Gedenktag der hl. Cäcilia, die der Überlieferung nach um das Jahr 230 in Rom den Märtyrertod erlitt.

Wie über sehr viele Märtyrer der frühen Kirche wissen wir auch über sie nur sehr wenig. Die Legende aber zeichnet uns ein lebendiges Bild von ihr, und gerade die Cäcilia-Legende zählt zu den schönsten Erzählungen des Altertums.

Cäcilia stammte demnach aus vornehmem römischen Geschl. Sie wurde christlich erzogen und gelobte schon früh ewige Jungfräulichkeit. Die Eltern aber, die davon nichts wussten, versprachen ihre Tochter einem edlen jungen Mann zur Frau.

Erst am Hochzeitsabend erzählte Cäcilia ihrem Bräutigam die Wahrheit. Da bekehrte auch er sich, worauf schließlich beide hingerichtet wurden und als Märtyrer starben.

Cäcilia wird seit alter Zeit verehrt als die Patronin der Kirchenmusik, der Sänger und der Instrumentenbauer. Denn, so heißt es in der Legende, sie bat den Herrn noch, er möge ihr Herz und ihren Leib rein und unbefleckt erhalten, als anlässlich ihrer Hochzeit bereits die Orgel spielte. Während schon die Musikinstrumente erklangen, steht in ihren Märtyrerakten, sang Cäcilia in ihrem Herzen nur Gott zugewandt.

Ich denke, auch für uns von Kolping ist es gut und sinnvoll, heute der hl. Cäcilia zu denken und sie als Patronin der Kirchenmusik zu ehren.

Kolping ist zwar kein Musikverein, aber die Musik spielt doch eine wichtige Rolle in unserem Verband.

Erst vor kurzem wurde eine eigene Messe zu Ehren von Adolph Kolping komponiert. Bei der Zusammenstellung unseres Beiheftes zum Gotteslob haben wir gesehen, wie viele Kolpinglieder es tatsächlich. Und es sind wohl immer die ergreifendsten Momente bei unseren Zusammenkünften und die, in denen wir am meisten unsere Verbundenheit miteinander empfinden, wenn wir miteinander aus voller Kehle singen: Vater Kolping, lebe hoch, oder: Wir sind Kolping, Menschen dieser Zeit.

Nach dem Beispiel der hl. Cäcilia können aber auch wir uns immer dann, wenn die Orgel in der Kirche ertönt oder wir miteinander zum Gesang anheben, wieder daran erinnern, den Herrn zu bitten, uns ein reines Herz zu schenken und uns vor aller Sünde zu bewahren.

Und wir können auch wieder neu beherzigen, was der hl. Papst Johannes Paul II. einmal bei der Einweihung des neuen Päpstlichen Kirchenmusikinstituts in Rom sagte:

„Singt mit eurer Stimme, singt mit euerm Mund, singt mit euerm Herzen und singt durch euer rechtes Verhalten.“

Übrigens sieht auch unser seliger Gesellenvater, der die Marmorfigur der hl. Cäcilia in ihrer Grabeskirche als „unstreitig die schönste, rührendste Heiligenstatue Roms“ (KS 8, 138) bezeichnet, einen Zusammenhang zwischen unserer inneren Einstellung und der Äußerung dieser Betrachtungsweise in der Musik, wenn er sagt:

„Da in dem heiligen Hause heilige Handlungen zum Lobe und Preise Gottes verrichtet werden, wird das in Harmonie mit Gott, der Quelle aller Freude, gesetzte Herz des Menschen diese innere Harmonie auch äußerlich laut werden lassen“ (KS 9, 361).

Msgr. Dr. Stefan Killermann
Diözesanpräses

Friedensgebet

A: „…ohne Gott kein Friede und kein Glück!“

V: Guter Gott, gewaltlos aber nicht ohnmächtig suchen wir nach Frieden. Du selbst lädst uns ein, den Frieden anzunehmen, den Du uns angeboten hast. Lass uns zu Menschen werden, die Vorurteile aus dem Weg räumen, die bereit sind, die Fehler einzugestehen und Andersdenkende verstehen zu wollen.

A: „…ohne Gott kein Friede und kein Glück!“

V: Der Unfriede in dieser Welt beginnt in uns, in unserem Herzen, in unserem Denken. Hilf uns, das Geschenk des Friedens zu entdecken. Stärke auch durch uns die Menschen, die sich für den Frieden einsetzen. Gib uns Kraft und Geduld für den Umgang mit Unrecht. Schenke uns Deinen Geist, den Geist der Weite und der Liebe, den Geist, der uns zum Frieden anleitet.

A: „…ohne Gott kein Friede und kein Glück!“ V: Dein Friede verlangt von uns mehr, als dass wir nichts gegeneinander haben. Er ist nicht tatenloses Zusehen wie sich Unrecht vermehrt. Du willst nicht, dass wir uns vor dem Bösen ducken, Friedfertigkeit mit Gleichgültigkeit verwechseln. Friede wird, wenn wir uns einsetzen für das Gute, wenn wir deine Gegenwart in dieser Welt leben, wenn wir handeln aus deiner Liebe.

A: „…ohne Gott kein Friede und kein Glück!“ Amen.

V: Bleibe mit uns auf dem Weg des Friedens.

A: Amen.

Gebet: Weihbischof Josef Holtkotte (ehem. Bundespräses), Kolpingwerk Deutschland, Köln, 2018 Zitat: „…ohne Gott kein Friede und kein Glück!“ nach Adolph Kolping 

Gebet für EINE/SEINE Welt

Glaubende Menschen sollten überlegen, wie sie eine beständige
Bewegung für Entwicklung und Menschenrechte in der
Welt bilden können. Dies ist gewiss dringlicher als manches
andere. Hier geht es um Fragen der Gerechtigkeit, der Ethik
und der Freiheit. Dazu brauchen wir unsere eigenen Wurzeln
im Glauben, Kommunikation in unserer Gesellschaft und die
Bereitschaft, den Reichtum der Verschiedenheit zu entdecken.


Mein Gebet für EINE / SEINE Welt ist ein Gebet für das Miteinander
unterschiedlicher Menschen und Religionen in unserer
Gesellschaft, und damit ein Gebet für den Frieden.


Es stärkt die eigene (Glaubens-)Überzeugung und nimmt jeden
Menschen in Schutz gegen Machtbesessenheit, Fundamentalismus,
Fanatismus, Terrorismus und Rassismus.


Das Gebet drückt das Suchen und Finden des EINEN Gottes
und unsere gemeinsame Verantwortung für SEINE Welt aus.
Der Glaube an Gottes Gerechtigkeit, an seine Güte und Barmherzigkeit
verbindet glaubende Menschen. Dieses Gebet möge
das friedliche Miteinander aller Menschen stärken.


Gebet und Gedanken: Bundespräses Josef Holtkotte, Kolpingwerk Deutschland,
Köln, 2017